Position 406 auf der Weltrangliste

24. Dezember 2020

«Es waren acht Wochen lang nur Kondition, Kraft- und Schnelligkeitstraining angesagt.»

Sportlich wusste Nina Stadler, im zu Ende gehenden Jahr zu überzeugen. Bei zehn Turnierstarts fallen speziell ihre drei Siege in der Doppelkonkurrenz
ins Auge. Dort hat sie sich mittlerweile auf Position 406 der Weltrangliste vorgearbeitet. Im Einzel ist sie auf der 592 klassiert.
Trotz reduziertem Turnierprogramm liegt es der 25-Jährigen fern, mit ihrer Situation zu hadern, denn im Vergleich mit ihren ausländischen Kolleginnen und Kollegen gehe es ihr sogar noch gut. «Ich tausche mich viel mit anderen Spielerinnen und Spielern aus. Dabei ist zu spüren, dass die Organisation in anderen Ländern längst nicht so klappt wie in der Schweiz.» Swiss Tennis habe seit Mitte Juni viele nationale Turniere organisiert und es den Spielerinnen und Spielern ermöglicht, Matchpraxis zu sammeln.
Die Zeit davor sei hart gewesen. «Ich war im März an einem Turnier in Tunesien und habe dort das Viertelfinale erreicht. Leider war danach Schluss, denn die Veranstaltung war von einer Minute zur anderen zu Ende.»

Acht Wochen durfte kein Tennis gespielt werden

Sie wisse auch von Kolleginnen, die seien mitten in einem Spiel gewesen, als es hiess: Die Partie ist abgebrochen, Zusammenpacken und sofort abreisen. Nach dem Verkünden des Lockdowns sei von Mitte März bis Mitte Juni gar nichts mehr gegangen. «Es waren acht Wochen nur Kondition, Kraft- und Schnelligkeitstraining angesagt.» Wie ihr sei es auch den Spitzenspielerinnen gegangen.
Auch eine Viktorija Golubic, aktuell die 129 der Weltrangliste, oder eine Stefanie Vögele (116) seien froh um Matchpraxis gewesen. Nina Stadler hat im Sommer und Herbst auch gegen die beiden gespielt.

Der Spielkalender für 2021 ist fast leer

Wie geht’s für Nina Stadler nach Abschluss des Jahres weiter?
«Im Januar absolviere ich wie jedes Jahr ein Aufbautraining.» Danach sei vieles ungewiss, denn bisher gebe es im Kalender 2021 noch kaum Turniere. Sie erklärt: «Es gilt auch die jeweiligen Einreisebestimmungen eines Landes abzuwarten, erst dann kann ich entscheiden, ob sich eine Anreise überhaupt lohnt.» Teilweise hätte sie schon Flüge gebucht gehabt, als ein Turnier kurzfristig wieder abgesagt wurde. Sie hätte zwar eine Reiseversicherung, der administrative Aufwand gehöre aber nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen und zudem sei er zeitintensiv.
«Die letzten Monate haben mich gelehrt, von Tag zu Tag zu schauen.»

Quelle: Wilerzeitung | sport@wilerzeitung.ch | Dezember 2020
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